Symbolische Kommunikation und musikalische Repräsentation: der Friede von Nijmegen (1679) im Spiegel zeitgenössischer Kompositionen

  • Markus Rathey

Abstract

Eine strikte Trennung zwischen geistlicher und weltlicher Sphäre ist in der vormodernen Gesellschaft kaum möglich. Dieser Artikel beleuchtet unter anderem die Verschränkung dieser beiden Sphären oder dieser beiden „Reiche“ in Heinrich Schütz‘ doppelchöriger Motette Da pacem, Domine (1627, SWV 465), vor allem in derer Mehrtextigkeit. Auch andere Kompositionen werden in ihrer intertextuellen Verflechtung zwischen weltlicher und geistlicher Ebene untersucht.

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Anordnung / Welcher massen wegen hier und dar einreissenden bösen Seuchen / und anderer göttlichen Zorn-Zeichen / auff den 24. Tag Octobris, […] dieses lauff enden 1679. Jahres / ein Fast- Buß- und Bet-Tag / Den folgenden Freytag […] den 31. Octobr. Das Gedächtnüs des wieder auf fgegangenen Evangelii / Und denn auff den 2. Novembr. […] wegen des […] getroffenen Friedens Ein Lob- und Danck-Fest […] gehalten werden soll, Zeitz 1679.

Christ-schuldiges Danck-Gebet: Welches in der Stadt Nürnberg / und dero Gebiet / auf dem Land / uf das / nechst-künftigen Sonntag / den 31. Augusti dieses lauff enden 1679sten Jahrs / angestellete Danck-Fest / Wegen des / zwischen Den höchsten Potentaten der Christenheit / getroffenen allgemeinen Friedens / zu gebrauchen, Nürnberg 1679.

Constantin Christian Dedekind, […] Drei Dank- und Loob-Lieder / bei […] HERRN Johann Georgens Des Andren / Herzogs zu Sachsen […] und Kuhr-Fürstens […] Wegen […] fröhlich erhaltenen lieben Friedens / aufn 2. Winter-Monats 1679. herrlich ahngestallten Freuden-Festes / herzlich ahngestimmet […], Dresden 1679.

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Andreas Kraut, Nun dancket alle GOTT / Der uns erlöst aus Noth! Als Der Durchlauchtigste Fürst und Herr / Herr Johann George der Ander / Hertzog zu Sachsen […] und Chur-Fürst […] Für den im gantzen Römischen Reiche / wiederverliehenen FRIEDEN / am 2. Novembris des 1679sten Heil-Jahrs / ein allgemeines hochfeyerliches Danck-Fest angeordnet und angestellet […], Dresden 1679.

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Veröffentlicht
2017-07-20
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