Im Dialog mit Musik: Zur Rolle der Musik in Computerspielen

Autor/innen

  • Axel Berndt

DOI:

https://doi.org/10.59056/kbzf.2013.9.p293-323

Schlagworte:

Computerspiel, Videospiel, Spielemusik

Abstract

Die Musik in Video- und Computerspielen hat die Filmmusik als entwicklungshistorischen Vorläufer und wichtigstes Vorbild. Jedoch funktionieren viele der narrativen und ästhetischen Konzepte der Filmmusik in Spielen nicht mehr. Eine vorgefertigte unveränderliche Musik kann nicht organisch in ein interaktives Geschehen eingepasst werden. Zudem ist der Spieler nicht nur passivier Rezipient, sondern aktiver Teil des Spielgeschehens. Die klassische Trennung zwischen Diegese und Extradiegese kommt an ihre Grenzen. Dafür ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten, die das Filmmedium nicht bietet. Musik vermag initiativ auf das Spielgeschehen einzuwirken und den Spieler in seinem Spielverhalten zu beeinflussen. Sie trägt zum Verständnis komplexer Spielmechanismen bei und erleichtert die Interaktion mit dem Spiel. In Musikspielen wird die Musik sogar selbst zum Interaktionsmedium.

Die Vertonungskonzepte und Montagemechanismen der Mehrheit der Spiele sind noch heute sehr schlicht. Ausnahmen sind etwa in den Lucas-Arts-Adventures der 90er Jahre zu finden. Dieser Beitrag richtet den Blick auf diese vielfältigen Möglichkeiten. Ein ganz besonderes Praxisbeispiel wird im Zusammenhang mit dem Spiel THE ELDER SCROLLS IV: OBLIVION besprochen, das exemplarisch zeigt, wie die Fan-Community sich selbst musikalische Tiefe schafft und Versäumnisse der Spieleindustrie nachbessert.

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Veröffentlicht

2023-07-08