Audiovisuelle Brüche: Zur Selbstreflexivität des modernen Films in CHRONIQUE D’UN ÉTÉ (CHRONIK EINES SOMMERS, F 1961, Edgar Morin/Jean Rouch)

Autor/innen

  • Silke Martin

DOI:

https://doi.org/10.59056/kbzf.2010.6.p37-50

Schlagworte:

cinéma v´erité, audiovisuell, Selbstreflexivität, Chronique d'un été

Abstract

Einen wesentlichen Einfluss auf die Ästhetik des cinéma vérité hatte die Entwicklung tontauglicher Handkameras, die den Filmemachern die ästhetische Möglichkeit einer Manipulation und Differenz (im Sinne einer bewussten, eingreifenden Dissoziation und Disjunktion) von Akustischem und Visuellem eröffnete. Anhand ausgewählter Szenen von CHRONIQUE D’UN ÉTÉ möchte ich im Folgenden zeigen, wie sich diese Bewegung auf ästhetischer Ebene darstellt. Im Mittelpunkt soll der Akt des Offenlegens und Reflektierens des filmischen Schaffensprozesses stehen, der als wesentlicher Aspekt filmischer Modernität bezeichnet werden kann.2 Zu weiten Teilen folge ich dabei den Schriften von Jean-Louis Comolli und Gilles Deleuze, insbesondere was die prominent beschriebene Durchdringung von dokumentarischem und fiktionalem Stil betrifft, die sich in CHRONIQUE D’UN ÉTÉ nicht nur auf bildlicher, sondern auch und gerade – und das ist das Wesentliche an meiner Argumentation – auf akustischer Ebene nachweisen lässt.

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Veröffentlicht

2023-07-27

Ausgabe

Rubrik

Artikel